Citizen Science Directory

Citizen Science ist ein breites Feld in dem es Projekte aus verschiedenen Disziplinen gibt. Gemeinsam haben sie, dass sie Personen in die Forschung einbeziehen, die nicht hauptberuflich forschen. Citizen Science Projekte werden häufig anhand einer Einteilung, die Rick Bonney von der Cornell University gemacht hat, unterschieden. Er spricht von «contributory», «collaborative» und «co-created projects». Gemeint ist damit, dass Projekte auf unterschiedliche Formen der Beteiligung setzen. In contributory prjects steht im Vordergrund, dass Bürgerinnen und Bürger zu einem bereits definierten Projekt beitragen, indem sie beispielsweise Daten sammeln. Am anderen Ende des Spektrums, in «co-created projects» werden Projekte von Anfang an gemeinsam geplant und definiert, insbesondere bei der Formulierung der Fragestellung und des der Frage zugrundeliegenden Problems.

Die PWA möchte besonders Projekte fördern, die co-created sind. Wir sehen aber jede Initiative, die Bürgerinnen und Bürgern aktiv in Forschung einbezieht, als einen wichtigen Schritt in die Richtung der Etablierung von partizipativen Ansätzen in der Forschung. Wir möchten hier eine Übersicht von Projekten anbieten, die in Zürich angesiedelt sind und/oder einen Zürich-Bezug haben. Die Projekte sind auf unterschiedlichen Punkten auf dem Spektrum von contributory, collaborative und co-created angesiedelt; alle setzen in der einen oder anderen Form auf die Beteiligung von BürgerInnen.

Eine umfassende Auflistung von Citizen Science-Projekten in der Schweiz stellt Schweiz Forscht hier zur Verfügung!

An diesen Projekten kann man sich online beteiligen

Herbarien

In den Vereinigten Herbarien der Universität und ETH Zürich liegen 2.8 Millionen Belege von Pflanzen und Moosen! Die Datenbank soll digital erfasst werden. Bürgerinnen und Bürger können sich bei der Transkription und Georeferenzierung von Belegen beteiligen. Zur Mitarbeit anmelden können Sie sich hier. Wer sich angemeldet hat und einen Account bekommen hat, kann auf eine PDF-Datei zugreifen, in der beschrieben wird, wie das das Portal zu bedienen ist.

SVG

Im Projekt «Schweizerdeutsch 1930/2020» geht es um Entwicklung Schweizer Mundart. Durch die Transkription der sogenannten «Wenker-Sätze» - 40 hochdeutsche Sätze, die in den 1930er Jahren an vielen Schulen der Deutschschweiz in den jeweiligen Dorfdialekt übersetzt wurden - können Freiwillige zur Erforschung von Dialekten beitragen.

 

Bildarchiv ETH

Das Bildarchiv der ETH-Bibliothek verfügt über umfangreiche Bildbestände. Über das Crowdsourcing Portal finden Sie Informationen über die Möglichkeiten zur Bestimmung und Georeferenzierung von Bildern. Freiwillige werden regelmässig zu Veranstaltungen auch offline eingeladen.

crowd water

Das Projekt «Crowdwater» wird vom Schweizer Nationalfond gefördert und ist am Lehrstuhl von Prof. Dr. Jan Seibert am Geographischen Institut angesiedelt. In diesem Projekt können Bürgerinnen und Bürger hydrologische Daten mittels einer App sammeln. Auch ein Spiel bietet Crowdwater an. Alle Informationen finden sich hier.

Mitrends

«Mitrends» ist ein Kooperationsprojekt des Universitätsspitals Zürich, der Berner Fachhochschule und der MIDATA Genossenschaft. Die Studie verfolgt den Zweck, neues über die Symptome und körperlichen Einschränkungen bei Patient*innen mit Multipler Sklerose (MS) herauszufinden.

Wiesel

Um den Bestand von Wieseln in der Schweiz geht es im Projekt «Wiesel gesucht». In diesem Projekt werden Wildtierkameras eingesetzt, die bei Bewegungen ein Bild machen oder ein kurzes Video aufzeichnen.

Hate Speech

«Hate Speech» nutzt WhatsApp Daten, die von Bürger*innen gespendet wurden, um Hassausdrücke in privater digitaler Kommunikation zu klassifizieren. Freiwillige können Auszüge aus WhatsApp Nachrichten klassifizieren und somit zur Erforschung privater Kommunikation beitragen.

Älterwerden

 

Das Citizen Science Projekt «Älterwerden» untersucht unterschiedliche Biografien aus der Deutschschweiz. Wie kommen lange, auch ausserhäuslich engagierte Lebensläufe zustande? Wie sieht der Alltag von engagierten Personen mit 70, 75 aus und welche Bedingungen haben sie darin unterstützt, zu werden, wer sie heute sind? Gültige Antworten auf diese Frage sind im demografischen Wandel sehr wichtig, weil schon die heute Dreissigjährigen Anhaltspunkte brauchen, um ihre ausgedehnten Lebensentwürfe anders zu gestalten als ihre Eltern.

Durch Raum und Zeit

 

Im Projekt «Durch Raum und Zeit» laden wir Sie zu einer spannenden Entdeckungsreise durch den Kartenschatz aus vier Jahrhunderten ein. Es werden über 2500 digitalisierte Zürcher und Schweizer Landkarten der Zentralbibliothek Zürich georeferenziert. Diese werden darauf entzerrt und können so einfacher mit aktuellen oder weiteren alten Karten verglichen werden. Die Verortung erfolgt mit wenigen Klicks und erfordert kein vorgängiges Fachwissen. Ihre Arbeit wird künftig online der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.
Durch Raum und Zeit

 

Für Lehrpersonen an Gymnasien und weiterführenden Schulen bieten wir im Rahmen des Projekts «Schul(zeit)reisen» Arbeitsmaterialien zur Ergänzung oder Vertiefung des Unterrichts an. Die einzelnen didaktischen Einheiten stellen jeweils originale Dokumente aus den Spezialsammlungen der Zentralbibliothek Zürich in den Mittelpunkt. Zukünftig laden wir auch die Lehrpersonen dazu ein, dieses reichhaltige Quellenmaterial für den Unterricht aufzubereiten.
Zschokke

 

Heinrich Zschokke (1771–1848) war einer der bedeutendsten Vordenker der modernen Schweiz. Anlässlich seines 250. Geburtstages führen wir im Rahmen des Projekts «Mein Brief ist lang geworden» – Zschokke transkribieren zwei Veranstaltungen in der ZB durch. In unserem Bestand befinden sich 300 Briefe von und an Zschokke, die wir digitalisiert und auf e-manuscripta.ch veröffentlicht haben. Nach einer kurzen thematischen Einführung können Sie mit uns zusammen die Briefe transkribieren und edieren. Am Ende veröffentlichen wir Ihre Arbeiten online auf der Plattform.

Window Expo

 

Was sehen, hören oder riechen wir, wenn wir unsere alltägliche Umgebung wahrnehmen, wie erleben wir unsere unmittelbare Umwelt?
Window Expeditions is eine Web-App zum Beschreiben der persönlichen Umwelt. Das Ziel ist es, das Interesse an unserer faszinierenden Welt wiederzuerwecken und das durch Quarantäne und Isolation verursachte Gefühl der Enge auf eine spielerische Art zu mildern. Die Beschriebe werden wissenschaftlich ausgewertet, um neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Menschen ihre unmittelbare Umgebung wahrnehmen. Nutzer:innen können Beiträge untereinander austauschen.

 

Von der PWA geförderte Projekte

Photo by Louis Droege

Neben diesen Projekten gibt es partizipative Initiativen, die sich entweder an eine bestimmte Personengruppe wenden und/oder sich in einer Entwicklungsphase befinden und offline stattfinden. Dazu gehören sieben Projekte, die Ende 2019 gestartet sind, und neun im Jahr 2020, die von der PWA mit finanziellen und ideellen Mitteln gefördert werden. Eine ausführlichere Übersicht der Projekte ist hier verfügbar.