Aufzeichnungen Ringvorlesung: Citizen Science – Potenziale für eine transformative Wissenschaft

09.10.2019

Citizen Science — Machen Laien die Forschung besser?

Bürgerforschung oder Citizen Science wirft die Frage nach „guter Forschung“ sehr sichtbar auf: Geht es um Erkenntnis und Wahrheit, oder geht es um gesellschaftliche Ziele und Wissenschaftsmündigkeit? Ausgehend von der Vielfalt an Praktiken werden Akteure und ihre Motivationen beleuchtet, mögliche Zielkonflikte angesprochen und Vorschläge für ihre Minimierung diskutiert.

Referentin: Dr. Katrin Vohland, Museum für Naturkunde Berlin
Diskutant: Prof. em. Dr. Daniel Wyler, Universität Zürich
Sprache: Deutsch
Anmerkung: Leider stand Katrin Vohland während ihres Vortrags ausserhalb des sichtbaren Bereichs

16.10.2019

Kollektive Intelligenz, Crowdsourcing und Citizen Science: Eine Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft?

Bewegungen und Think Tanks wie foraus oder Operation Libero zeigen das Bedürfnis von vielen jungen Menschen, mit ihren Ideen und ihrem Wissen gesellschaftliche Entwicklungen zu beeinflussen. Wie können digitale und analoge Tools wie kollektive Intelligenz, Crowdsourcing und Citizen Science wirksam dafür genutzt werden? Nicola Forster wird als Mitgründer von foraus, Operation Libero und dem Staatslabor sowie Präsident von Science et Cité einen Einblick geben in innovative Organisations- und Partizipationsmodelle an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Referent: Nicola Forster, Think Tank foraus
Diskutantin: Pia Viviani, catta GmbH
Sprache: Schweizerdeutsch

23.10.2019
Top-Down oder Bottom-Up? Wie offen darf Citizen Science sein?

 

Dominante Formen der gegenwärtigen, auf big-data basierenden digitalen Citizen Science stellen die institutionelle Kluft zwischen qualifizierten Experten und Laien nicht in Frage. In ihrem Vortrag argumentiert Dana Mahr, dass das gegenwärtige Streben nach autonomer Bürgerwissenschaft Teil eines breiteren Diskurses über die Autonomie der wissenschaftlichen Forschung im Allgemeinen ist. So wie sich die Akteure in einem historischen Fall eines grossen Citizen Science Projekts zur biogeographischen Vogelbeobachtung des 19 Jhd gegen den Elitismus von Gentlemen-Wissenschaftlern positionierten, positionieren sich Avantgarde-Gruppen des 21. Jahrhunderts wie Biohacker und Civic-Tech-Enthusiasten gegen das System der Professional Science. „Digital Citizen Science“ bewegt sich demnach zwischen Autonomie-Ansprüchen und Realitäten der Fremdbestimmung.


Referentin: Dr. Dana Mahr, Université de Genève, Senior researcher der ERC/SNF Forschungsgruppe “Rethinking Public Participation and Science”
Diskutant: Prof. Dr. Felix Stalder, Professor Digitale Kultur und Theorien der Vernetzung an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Sprache: Deutsch

30.10.2019

Privatsphäre, Ethik, Eigentum und Zivilgesellschaft

Seit der Einführung des Smartphones vor ca. 10 Jahren profitieren wir von Gratis Apps und Dienstleistungen, die wir jedoch bewusst oder unbewusst mit unseren Daten bezahlen. Zusehends haben wir nicht nur unsere Privatsphäre verloren, sondern Datenkonzerne beeinflussen uns in dem, was wir kaufen, wie wir politisch stimmen und bald welche Versicherungen wir noch abschliessen können. Ich werde aufzeigen, wie wir aus dieser digitalen Feudalherrschaft ausbrechen können, indem wir ein neues, faires, Bürger-zentriertes Datenökosystem aufbauen, von dem wir als Gesellschaft, die Wissenschaft und die Wirtschaft profitieren werden.

Referent: Prof. Dr. Ernst Hafen, Department of Biology ETH Zürich
Diskutantin: Anna Jobin, Health Ethics and Policy Lab, ETH
Sprache: Deutsch

06.11.2019

Das Potenzial von Citizen Science in der Schweiz

Citizen Science gibt Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich an wissenschaftlicher Forschung zu beteiligen. Allerdings zeigen Studien, dass nur bestimmte Bevölkerungsgruppen an derartigen Projekten teilnehmen. Im Vortrag wird auf Basis von Daten des Wissenschaftsbarometer Schweiz gezeigt, dass das Potenzial von Citizen Science hierzulande grösser ist – und wie man Gruppen ansprechen kann, die bisher nicht erreicht wurden.

Referent: Prof. Dr. Mike S. Schäfer, Universität Zürich, Institut für Kommunikationswissenschaften und Medienforschung
Diskutantin: Tiina Stämpfli, Stv. Leiterin Science et Cité, Geschäftsstelle Citizen Science Netzwerk Schweiz
Sprache: Deutsch

13.11.2019

Transdisziplinäre Forschung und Citizen Science: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Wissens-Ko-Produktion

Sowohl in den Citizen Science wie in der transdisziplinäre Forschung arbeiten Personen an der Wissensproduktion mit, welche diese Tätigkeit nicht als Beruf haben. Die Motive warum diese Personen in den Forschungsprozess einbezogen werden, unterscheiden sich aber in beiden Ansätzen. Die diesbezüglichen Unterschiede beider Ansätze sollen herausgearbeitet werden, um diskutieren zu können, was sie für deren Anwendung bedeuten.


Referent:  Dr. Christian Pohl, ETH Zürich, Department Umweltsystemwissenschaften, Transdisciplinary Lab
Diskutantin: Dr. Ueli Nagel, Verbund Lebensraum Zürich, Projekt StadtWildTiere
Sprache: Deutsch